Die kurze Antwort: Digitales Homestaging darf ein leeres Objekt möblieren und aufräumen, aber niemals den baulichen Zustand verändern. Möbel einfügen ist erlaubt. Risse, Feuchteflecken oder eine marode Fassade wegretuschieren ist Irreführung und kann teuer werden.
Dieser Artikel ist für Maklerbüros, die digitales Homestaging nutzen wollen, ohne rechtliches Risiko und ohne enttäuschte Interessenten bei der Besichtigung. Er zieht drei klare Linien: was geht, was heikel ist, was nie gehen darf.
Was geht: Möblierung und Ordnung
Ein leeres Zimmer virtuell mit Möbeln zu füllen, hilft Interessenten, sich die Nutzung vorzustellen. Das ist zulässig, solange klar erkennbar ist, dass die Einrichtung digital ist. Auch das Entfernen persönlicher Gegenstände, voller Mülleimer oder eines abgestellten Fahrrads ist unproblematisch, weil es den Zustand der Immobilie nicht verändert.
- Leere Räume virtuell möblieren, mit Hinweis auf die digitale Ausstattung.
- Persönliche Gegenstände und Unordnung entfernen.
- Belichtung und Farbstich korrigieren, solange das Ergebnis dem realen Eindruck vor Ort entspricht.
Was heikel ist: der Graubereich
Zwischen erlaubter Aufbereitung und Täuschung liegt ein Bereich, in dem es auf den Einzelfall ankommt. Einen grauen Himmel blau färben ist meist unkritisch. Einen vergilbten Rasen sattgrün einfärben suggeriert dagegen einen Pflegezustand, den es nicht gibt. Faustregel: Verändern Sie Stimmung, nicht Fakten.
Ein Foto darf inspirieren. Es darf keine Erwartung wecken, die die Besichtigung enttäuscht.
Was nie gehen darf: den Zustand fälschen
Alles, was einen Mangel verdeckt oder eine Eigenschaft vortäuscht, ist tabu. Dazu zählen retuschierte Risse, entfernte Feuchteschäden, wegbearbeitete Stromleitungen oder ein digital ergänzter Balkon, den es nicht gibt. Solche Eingriffe können eine Irreführung nach § 5a des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb darstellen und im Ernstfall zur Rückabwicklung oder zu Schadenersatz führen.
- Bauliche Mängel wie Risse, Schimmel oder Feuchte retuschieren.
- Nicht vorhandene Elemente ergänzen, etwa Balkon, Terrasse oder Ausblick.
- Raumgrößen durch verzerrte Perspektive größer wirken lassen, als sie sind.
Die eine Praxisregel
Fragen Sie sich vor jeder Bearbeitung: Würde ein Interessent bei der Besichtigung überrascht sein? Wenn ja, gehen Sie zu weit. Gutes Homestaging sorgt dafür, dass die Wohnung vor Ort so gut wirkt wie auf dem Bild, nicht schlechter.



